Das lange Pfingstwochenende habe ich genutzt, um (endlich) mal wieder auf meinem iPad zu malen. Diesmal ein Motiv (das ich aus einer alten Lea kreativ zeichnen habe), das ich schon mal mit Bleistift gezeichnet habe. Aber so gefällt es mir fast noch besser.
Fünf – Ursula Poznanski
Nachdem ich erst vor kurzem den zweiten Thriller für Jugendliche von Ursula Poznanski gelesen habe und davon ganz angetan war, war ich nun besonders gespannt auf ihren ersten “richtigen” Thriller für Erwachsene.
In “Fünf” wird eine Frau tot auf einer Kuhweide gefunden. An ihren Füßen finden sich Geokoordinaten. Und bald finden sich die Kriminalbeamten Beatrice Kaspary und Florin Wenninger auf einer Geocachesuche der besonderen Art. Denn an der angegebenen Stelle finden die beiden eine Box. Und darin: eine abgetrennte Hand einer noch unbekannten Leiche und ein Rätsel, dessen Lösung sie zu einer neuen Stelle mit neuen grausigen Funden führt. Der Täter scheint ein Spiel mit ihnen zu spielen. Werden sie es trotzdem schaffen, ihn rechtzeitig zu finden und an weiterem Morden zu hindern?
Ich selber bin noch nie geocachen gegangen, habe aber mal von einem begeisterten “Schatzsucher” erzählt bekommen, wie das funktioniert. Das Thema war mir also nicht unbekannt und ich fand es eine tolle Idee, das in eine Thrillerhandlung einzubauen. Mal was anderes. Auch das Motiv des Täters war nachvollziehbar, warum er das Ganze veranstaltet hat. Mal nicht einfach ein Psychopat mit schrecklicher Kindheit. Also ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen und freue mich schon auf weitere spannende Bücher der Autorin, egal ob die für Jugendliche oder Erwachsene gedacht sind.
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Für jede Lösung ein Problem – Kerstin Gier
In Gerris Privat- und Liebesleben läuft es gar nicht rund. Als sie dann noch ihren heißgeliebten Job verliert und zufällig an eine ordentliche Menge Schlaftabletten gerät, beschließt sie, ihrem Leben ein Ende zu setzten. Doch vorher schreibt sie nicht nur einen Abschiedsbrief, sondern gleich mehrere. An all die Leute, denen sie schon lange mal sagen wollte, was Sache ist. Nur kommt sie im entscheidenden Moment nicht dazu die Tabletten zu nehmen, die Briefe sind aber schon alle unterwegs an ihre Empfänger. Nun hat Gerri einige Wogen zu glätten.
Dieses Buch ist kurzweilig und unterhaltsam. Klar kann man sich ziemlich schnell denken, wie es am Ende wohl ausgeht, aber bis dahin werden dem Leser einige amüsant zu lesenden Stellen geboten. Ich ordne es mal unter “nicht anspruchsvoll, nette Unterhaltung, Urlaubslektüre” ein. Das mein ich jetzt gar nicht negativ, denn ich will nicht immer hochtrabende Sätze und tiefgehende Erzählungen lesen, sondern manchmal (oft genug (?) ) einfach nur unterhalten werden. Und dafür hat dieses Buch gesorgt.
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Saeculum – Ursula Poznanski
Das Buch Saeculum von Ursula Poznanski habe ich meinem 13-jährigen Sohn zu Ostern geschenkt. Mit dem Erfolg, dass er am Ostermontag erst gegen mittag aufgestanden ist, weil er nachts bis 3 Uhr von seiner spannenden Lektüre gefesselt war.
Er hat seit kurzem Interesse am Live-Rollenspiel und fährt im Sommer auf seine erste Con. Das war mit der Grund, warum ich mir schon dachte, dass ihm dieses Buch gefallen würde. Nicht nur, weil er schon von Erebos von der Autorin angetan war, sondern eben auch, weil es diesmal in dem Buch um ein Live-Rollenspiel geht.
Bastian, der strebsame Medizinstudent, lernt Sandra kennen und sie überredet ihn über Pfingsten mit auf die Con von Saeculum zu kommen. Einer Gruppe, die sich dem Mittelalter des 14.Jahrhunderts verschrieben hat. Auf ihren Treffen darf nichts dabei sein, was zu einem späteren Zeitpunkt entdeckt oder erfunden worden ist. Bastian lässt sich darauf ein und taucht für 5 Tage mit ein paar anderen tief ins Mittelalter. Sie treffen sich in einem einsam gelegenen Waldstück und lassen alle Errungenschaften der Neuzeit zurück. Bastian muss sogar seine Brille ablegen, bevor er in die Spielwelt eintauchen darf. Vor allem eine aus der Gruppe ist überhaupt nicht angetan von der Geländewahl, die das Organisationsteam getroffen hat. Soll doch einer alten Sage nach ein Fluch auf der Gegend liegen. Und eine der Spielerinnen befürchtet, dass dieser Fluch sie alle heimsuchen wird. Und wirklich, kaum haben sie mit dem Spielen begonnen, passieren Dinge, die so nicht gedacht waren und es verschwinden sogar Mitspieler. Die Lage wird immer unheimlicher und die Stimmung unter den Spielern immer gereizter. Das was dann schließlich auf Bastian zukommt, hat er so überhaupt nicht erwartet, als er sich auf den Weg zur Con gemacht hat. Sollte an der alten Sage und dem Fluch doch etwas dran sein?
Meinem Sohn hat das Buch sogar noch besser gefallen als Erebos und auch ich war ganz gefesselt. Anfangs ist es noch ziemlich gemäßigt, bis es endlich losgeht mit dem Rollenspiel und sich die Ereignisse überstürzen. Da konnte ich nur mit Mühe das Buch am Ende meiner Mittagspause zur Seite legen und weiterarbeiten. Ein paar Kleinigkeiten finde ich nicht ganz logisch aber die sind nur nebensächlich und die Geschichte ist sehr fesselnd und spannend erzählt. Auch auf die Auflösung fand ich überraschend und hab ich so nicht kommen sehen.
Allerdings wünsch ich doch, dass mein Sohn im Sommer eine viel harmlosere Con erlebt als Bastian und seine Freunde
Twitteratur – A. Aciman und E. Rensin
Es gibt ja so Bücher, die für Leser mit wenig Zeit (oder Lust) Klassiker der Weltliteratur auf wenigen Seiten kurz zusammenfassen, so dass man wenigstens ein bisschen Ahnung hat, worum es in “Faust” oder “Macbeth” geht. Ein bisschen ein Buch dieser Art ist auch “Twitteratur” von Alexander Aciman und Emmet Rensin. Sie haben allerdings nicht einfach zusammengefasst, was in “Die Leiden des jungen Werther” oder “Schuld und Sühne” steht, sondern das auf besondere Art und Weise gemacht. Sie stellen sich vor, die Hauptfigur wäre bei Twitter angemeldet und postet die ein oder andere Statusmeldung ihrer Geschichte als Tweet. Und durch diese Tweets über ein, zwei oder drei Seiten des kleinen Büchleins bekommt der Leser eine Ahnung, worum es in der Geschichte geht. Dabei ist die Sprache unserer Zeit angepasst. So “twitter” zum Beispiel Odysseus (als @IthacaOnMyMind) “Seeungeheuer getroffen: Millionenköpfiger Wichser, hat mein Schiff getrasht und die ganze Crew gekillt. Strudele gerade in Whirlpool. Seufz.” Und wenn der junge Werther in unserer Zeit leben würde, hätte er vielleicht gepostet: “Meine Tränen tränken die ganze Welt. Diese iPhone ist patschnass. Wie kann ein Liebender sich halten? Leidenschaft braucht ein Ventil.” Auch wenn es der klassischen Literatur gegenüber ein bisschen respektlos erscheinen mag, sie so zu reduzieren und auch sprachlich zu verändern, finde ich “Twitteratur” durchaus unterhaltsam zu lesen und bekomme durchaus auch Lust das ein oder andere Werk mal im Original zu lesen. Es sind übrigens nicht nur die guten alten Klassiker wie die Ilias, Hamlet oder Faust vertreten, sondern auch neue Werke, sogar “Sakrileg” (“Auf nach Paris! Ein Mann ist tot, und die Polizei glaubt, nur mit meinen übermenschlichen Kenntnissen in Kryptologie sei der Fall zu lösen”) und Harry Potter (“OMG, ich bin Zauberer! Und meine Eltern sind TOTE ZAUBERER! Jetzt geht’s ins Internat. Servus, ihr Dumpfbacken!”)
Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Amerikanischen, das die Auswahl der Werke erklärt. So ist zwar Goethe vertreten, aber nichts von Schiller oder Fontane, kurz, das ein oder andere Werk, was bei uns im Deutschunterricht eine Rolle spielt, taucht nicht auf. Dafür so einiges anderes, von dem ich vorher im besten Fall mal was gehört habe. Die kurze Zusammenfassung in Form von Tweets machen mich aber neugierig auf das eigentliche Werk und vielleicht komme ich ja dazu das ein oder andere auch zu lesen.
Zwei an einem Tag – David Nicholls
Auf den Titel bin ich aufmerksam geworden, als ich im Kino den Trailer zum Film gesehen habe. Das klang doch nach einer netten Geschichte. Ich habe es nicht geschafft, den Film im Kino zu sehen, also habe ich mir vor kurzem das Buch besorgt und mich auf ein schönes romantisches Leseerlebnis gefreut. Ich habe eine Geschichte über Freundschaft, aus der Liebe wird, erwartet. Statt dessen wurde mir die Geschichte von zwei jungen Menschen erzählt, die versuchen ihr Leben/ihre Zukunft auf die Reihe zu bekommen. Dabei begegnen sie sich auch immer wieder und sprechen auch von dem anderen als dem besten Freund, aber so richtig erleben konnte ich nicht, was diese Freundschaft ausmacht. Zu oft wollte z.B. der eine mit dem anderen reden und hat ihn angerufen, der konnte oder wollte aber gerade nicht ans Telefon. Und dabei hätte der andere vielleicht gerade da einen Freund gebraucht, der ihm hilft oder wenigstens zuhört.
Interessant fand ich die Idee, die Geschichte der beiden auf die Weise zu erzählen, dass immer der 15. Juni, der Jahrestag ihrer ersten Begegnung, geschildert wird. Natürlich passiert nicht alles wichtige in ihrem Leben am 15. Juni und so wird das ein oder andere einschneidende Ereignis nur in einem Nebensatz erwähnt. Oder man muss es sich aus den Veränderungen in den Jahren zusammen reimen.
Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, nicht nur, weil ich etwas anderes erwartet habe. Zu erzählen, was mich daran stört, würde natürlich viel zu viel verraten, deswegen kann ich das hier nicht schreiben.
Schade, dass dieses Buch nicht das erfüllt hat, was ich erwartet hatte. Aber waren meine Erwartungen so falsch? Bei Amazon gibt es jedenfalls viel mehr positive als negative Stimmen (Klick aufs Cover führt auf die Seite bei Amazon). Da bin ich mit meinem Geschmack wohl eher die Ausnahme.
Kreativer Sonntag
Heute hatte ich mal Zeit, Lust und Muse ein bisschen zu malen. Das erste Bild ist digital auf meinem iPad entstanden. Ich finde es interessant, was man mit der entsprechenden Software so alles anstellen kann (in diesem Fall war es Art Rage fürs iPad ) Außerdem muss ich mir nicht erst alle benötigten Utensilien zurechtlegen und aufs Trocknen warten muss ich auch nicht, schon praktisch.
Auf der anderen Seite faszinieren mich Aquarelle, und die möchte ich gerne in echt beherrschen. Da fühle ich mich allerdings noch ziemlich als Anfänger und male deshalb (noch) am liebsten Schritt-für-Schritt-Tutorials ab, bis ich ein Gespür dafür bekomme, wie ich so ein Bild am Besten aufbaue. Heute habe ich diese griechischen Häuser gemalt. Übrigens ein Motiv aus einem Sonderheft “Freude am Malen” zum Thema “Aquarell” aus dem oz-verlag.
Kino: Ziemlich beste Freunde
Gestern war ich mal wieder im Kino und habe mir endlich “Ziemlich beste Freunde” angeschaut. Meine Begleitung wusste erst nicht so recht, in welchen Film ich ihn mitschleppte, meinte aber danach, dass es schade gewesen wäre, den Film verpasst zu haben.
Philippe, ein reicher, aber durch einen Unfall querschnittgelähmter Mann, sucht einen neuen Pfleger. Driss, ein Arbeitsloser, der gerade 6 Monate Haft hinter sich hat, braucht eine Unterschrift, dass er sich für eine Stelle beworben hat, damit er Arbeitslosengeld bekommt. Und so “bewirbt” er sich für diese Pflegestelle, eigentlich mit der Einstellung gar nicht genommen zu werden. Doch Philippe gefällt es, dass er von Driss nicht als der arme Kranke mitleidig angesehen wird und bietet ihm an, ihn für einen Monat zur Probe einzustellen.
Aus dem reinen Arbeitsverhältnis wird so etwas wie Freundschaft. Sie beeinflussen sich gegenseitig positv. So lernt Driss von Philippe etwas über Malerei und klassischer Musik und Philippe bekommt Lebensfreude zurück, in dem er nicht als Kranker behandelt wird. So weigert sich Driss z.B. das speziell behindertengerechte Auto zu benutzten, sondern setzt Philippe kurzerhand in den auch vorhandenen Maserati und unternimmt mit ihm die ein oder andere Spritztour. Auch bringt er Schwung in die schon länger andauernde Brieffreundschaft zu einer Éléonore, indem er sie einfach anruft und einen Telefonkontakt herstellt.
Die Wege der beiden trennen sich zwar später wieder, aber nicht ohne dass jeder von ihnen aufgrund ihrer Begegnung wieder positiv in die Zukunft schauen kann.
Ein schöner Film, der einen das Kino mit einem guten Gefühl verlassen lässt.
Ein Klick auf den Filmtitel oben im Text führt auf die Website zum Film. Dort kann man sich auch einen Trailer anschauen.
In Liebe, Agnes – Håkan Nesser
Dieses, für meine Verhätnisse mit 3h recht kurze Hörbuch, habe ich in einem Rutsch angehört und so einen kurzweiligen Nachmittag verbracht mit spannender Unterhaltung.
Zur Beerdigung von Agnes’ Mann taucht auch Henny, eine alte Schulfreundin auf. Die beiden Frauen hatten sich viele Jahre nicht mehr gesehen. Nun sucht Henny erneut den Kontakt zu Agnes und beginnt, da sie nicht im gleichen Ort wohnen, Briefe zu schreiben. Und hat ziemlich bald eine sehr ungewöhnliche Bitte an Agnes. Sie solle ihr helfen ihren untreuen Ehemann zu beseitigen.
Das Hörbuch besteht aus den Briefen zwischen Agnes und Henny und von Rückblicken in die frühere Zeit der beiden Freundinnen, die aus Agnes’ Persepektive erzählt werden. Ich war anfangs wohl genauso überrascht wie Agnes als ich von Hennys Bitte gehört habe. Die Wendungen die das Ganze nimmt, waren dann eher vorhersehbar, zumindest hatte ich so eine Ahnung. Ich fand die Geschichte aber trotzdem spannend und auch etwas abstrus dabei zuzuhören, wie zwei Frauen den Mord an dem Mann der einen planen.
Anfangs war ich kurz überrascht eine weibliche Sprecherin zu hören, denn andere Hörbücher von Håkan Nesser, die ich bis jetzt gehört habe, waren von Männern gesprochen. Aber es passt natürlich deutlich besser einen Briefwechsel zwischen zwei Frauen von einer Frau lesen zu lassen. Und Andrea Sawatzki macht ihre Sache gut.
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand – Jonas Jonasson

Allan Karlsson hat keine Lust im Altenheim mit der strengen Schwester Alice seinen 100. Geburtstag zu feiern. Schon gar nicht mit dem Stadtrat und der Lokalpresse. So steigt er kurzerhand aus dem Fenster (zum Glück liegt sein Zimmer im Erdgeschoss) und macht sich auf dem Weg möglichst weit weg von allem. Auf seiner Flucht erlebt er so einiges und lernt nette und weniger nette Leute kennen, während die Polizei die Verfolgung aufnimmt und sich nicht sicher ist, was sie von den Spuren, auf die sie trifft, halten soll.
Eingestreut in die Geschichte der Flucht wird Allans Lebensgeschichte, die auch ziemlich außergewöhnlich verlaufen ist. So hat er zwar kein Interesse an der Politik, dafür hat er aber im Laufe seines Lebens nicht nur einen sondern gleich mehrere wichtige Staatsmänner getroffen und Einfluss auf die ein oder andere politische Entscheidung gehabt.
Die Geschichte ist locker geschrieben und lässt sich leicht lesen. Ich kann mir Allan ganz gut vorstellen: Ein liebenswerter Kauz, der es faustdick hinter den Ohren hat. Sein Lebenslauf klingt vielleicht etwas unglaubwürdig, aber ich habe das Buch auch nicht als eine Art Biografie oder geschichtlichen Roman gelesen. Eher als unterhaltsame Lektüre, eine Art Roadmovie in Buchform, die mich häufig zum Schmunzeln gebracht hat.


